Warum Aluminiumveredelung?
Als dritthäufigstes Element der Erdkruste
kommt Aluminium in verschiedenen Verbindungen
in fast allen Gesteinen und Böden vor.
Aus Bauxit mit ca. 50% Al2O3 wird in einem
zweistufigen Prozess Premiumaluminium gewonnen.
In den letzten Jahrzehnten hat dieser Werkstoff
aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften,
wie hohe Formstabilität und geringem
spezifischem Gewicht in der Industrie enorm an
Bedeutung gewonnen.
Ein wesentlicher Anteil an dieser Entwicklung
ist auf die Veredelung von Aluminiumoberflächen
zurückzuführen, die im dekorativen
Außen- und Innenbereich, sowie als Funktionsschicht
auf Systemkomponenten in den
verschiedensten Industriezweigen zu finden
sind.
Aluminium überzieht sich an der Luft mit einer
natürlichen Passivschicht, welche allerdings nur
im chemisch neutralen Bereich (pH 5-8) weitere
Korrosion des Grundmetalls verhindert. Die
hauchdünne Oxidschicht wird jedoch keinerlei
dekorativen Ansprüchen oder mechanischer
Beanspruchung gerecht. Die Aluminiumveredelung
verhilft Ihrem Werkstück zur
gewünschten Funktionalität und zu höchst
ansprechender Optik.
Unsere Veredelungsverfahren:
- Beizen
- Glasperlenstrahlen
- Chromatieren,
Passivieren
- Elektrolytisch Glänzen
- Eloxal transparent
- Eloxal schwarz
- Eloxal in zahlreichen
Sonderfarben
- Harteloxal in verschiedenen
Farbnuancierungen
Verfahren zur Vorbehandlung
Entfetten und Beizen
Grundsätzlich werden alle Werkstücke vor der
eigentlichen Oberflächenveredelung zunächst
entfettet, um Öle, Fette und andere Verunreinigungen
zu entfernen. In der E0-Beize
werden die Oxyde ohne weiteren Oberflächenabtrag
beseitigt. Falls ein seidenmattes
Finish erzielt werden soll oder feine Kratzer
eingeebnet werden müssen, durchlaufen die
Werkstücke die E6-Beize. Anschließend erfolgt
eine Ansäuerung / Neutralisierung, um Alkalireste
und Fremdmetalle von der Oberfläche zu
entfernen.
Glasperlenstrahlen
In besonderen Fällen sollen die Aluminiumteile
eine besonders gleichmäßige satinartige
Oberfläche erhalten. Diesen Effekt erreicht
man, indem die Werkstücke vor der Weiterbehandlung
mit feinen Glasperlen gestrahlt
werden. Dies geschieht bei größeren Teilen
manuell in einer speziellen Strahlkabine. Bei
Kleinteilen kann der Prozess relativ
preisgünstig automatisch in einem rotierenden
Siebkorb durchgeführt werden.
Chromatieren, Passivieren
Nach der bereits geschilderten Vorbehandlung
werden viele Aluminiumteile farblos oder gelb
chromatiert. Die erzeugte Schicht dient in
manchen Fällen als ausgezeichneter Haftvermittler
für nachfolgende Lackierungen. Sie
ist aber auch auf Drehteilen optisch recht
ansprechend und zugleich ein recht guter
Korrosionsschutz. Massenkleinteile können als
Schüttgut in Körben oder Trommeln bearbeitet
werden.
Eine CrVI-freie Passivierung, die gemäß EUAltautoverordnung
demnächst erforderlich ist,
wird zur Zeit in unserem Labor getestet und
wird nach Erprobung für die Serie zur
Verfügung stehen.
Elektrolytisch Glänzen
Um bestimmten Werkstücken eine hochglänzende
Oberfläche zu verleihen, verfügen
wir über eine elektrolytische Glänzanlage mit
einer sehr speziellen Vor- und
Nachbehandlung. In dem eigentlichen
Glänzbad sind die Teile als Anode geschaltet,
wodurch sowohl Aluminium-Metall als auch
Aluminiumoxyd gelöst wird. Der elektrische
Strom greift bevorzugt die Spitzen, Erhebungen
und Unregelmäßigkeiten der Oberfläche an.
Bei geeigneten Werkstoffen führt dieser
Vorgang bis zur spiegelnden Reflexion.
Eloxal
Das „Elektrolytische Oxidieren von Aluminium“,
kurz ELOXAL genannt, stellt für viele Aluminium-
Werkstücke den letzten Schritt Ihres Entstehens
dar. Damit erhalten die Gegenstände
ihr endgültiges Aussehen.
Beim Eloxieren oder auch Anodisieren wird –
wie schon der Name sagt – die Ware in einem
Säure-Elektrolyten als Anode geschaltet und
der dabei entstehende Sauerstoff wandelt das
Aluminium an der Oberfläche in Aluminiumoxid
um. Dabei wächst die Schicht zu etwa 2/3 in
das Material hinein und infolge des größeren
Volumens der gebildeten Oxide zu 1/3 aus
dem Material heraus. Dies ist bei Passmaßen
unbedingt zu beachten.
Die auf diese Weise erhaltenen Schichten haben
einen ausgezeichneten Korrosionsschutz
auf Reinaluminium und den meisten Aluminiumlegierungen.
Es ist aber zu empfehlen, beim
Materialeinkauf Eloxalqualität zu bestellen.
Die so genannten naturfarbigen Schichten nach
C-0 (früher EV1) haben meist eine Stärke von
10-15 μm, für Maschinenteile und für Bauteile
im Innenbereich, sowie ca. 20-25 μm gemäß
DIN 17611 für die Anwendung im
Außenbereich. „Naturfarbig“ bedeutet in diesem
Zusammenhang, dass die Oxidschicht bei Reinaluminium
durchsichtig, farblos, glasähnlich ist,
während bei unterschiedlichen Aluminiumlegierungen
je nach Werkstoffzusammensetzung
etwas trübe oder matte, gelegentlich auch gelbstichige
oder hellbraune Oxidschichten entstehen.
Aluminiumoxid ist ein guter Isolator bezüglich
Oberflächen- als auch Durchgangsleitfähigkeit.
Die Durchschlagsfestigkeit beträgt bei trockenen
Schichten je nach Stärke 100-600 Volt.
Die Schichten sind härter als Glas, Messerstahl
oder Hartchrom, wobei es sich allerdings um
die Eigenhärte der Schicht handelt, die man bei
entsprechender Schichtstärke nur im
Querschliff messen kann.
Unmittelbar nach dem Anodisiervorgang sind
die Schichten sehr porös und damit hervorragend
geeignet – ähnlich wie Textilien – Farben,
die in genügend feiner Verteilung vorliegen,
aufzunehmen. Die am meisten eingesetzte
Farbe ist schwarz nach C-35 (früher EV6).
Wir haben allerdings auch noch viele andere
Farben im Einsatz – von blau, grün, rot, bis lila,
„gold“ oder champagnerfarben. Voraussetzung
für eine gute Einfärbung sind Mindeststärken
der Oxidschichten von 20-25 μm, geeignete
Rezepturen, ausreichende Temperaturen und
Tauchzeiten sowie eine gute Verdichtung.
Dabei lässt sich die Schicht durch Quellen des
Oxids (Auskochen in VE-Wasser) aus dem
amorphen Zustand in einen kristallinen Zustand
überführen. Nach dem Verdichten (oder
Sealing) besteht die Oxidschicht vornehmlich
aus Aluminiumoxid-Hydrat Al2O3 · 1H2O.
Hinweis: Teile, die nachfolgend lackiert, oder
Schilder und Frontplatten, die noch bedruckt
werden, dürfen vor diesen Arbeitsgängen auf
keinen Fall verdichtet werden, da die Farben
sonst nicht haften.
Harteloxal
Die Hartanodisation stellt eine spezielle Verfahrensvariante
der anodischen Oxidation dar.
Es werden auf Aluminium besonders harte,
dicke und abriebfeste Oxidschichten für technische
Zwecke erzeugt, die den von der
Industrie gestellten Forderungen in Bezug auf
Verschleißfestigkeit, Gleitfähigkeit, elektrische
Durchschlagsfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit
entsprechen. Die Schichtdicken
liegen werkstoffabhängig in einem Bereich von
25 bis 150 μm. Für normale technische Beanspruchung
genügen 30 bis 80 μm. An das
Aussehen dieser zumeist grau bis braun
gefärbten Oxidschichten werden keine dekorativen
Ansprüche gestellt.
Die meist spanend bearbeiteten funktionellen
Bauteile werden vor dem Hartanodisieren nach
Bedarf entfettet und gebeizt, um die natürliche
Oxidschicht des Aluminiums zu entfernen,
wobei sich die Stärke des Beizens nach der für
das Bauteil zulässigen Rauhtiefe richtet.
Im Hinblick auf die gewünschten Schichteigenschaften,
wie Zugfestigkeit, Bruchdehnung
und Härte ist die Auswahl des
richtigen Materials von großer Bedeutung.
Die Legierungselemente haben einen
wesentlichen Einfluss auf die Schichtbildung.
Sie lassen sich wie folgt gruppieren:
- Legierungselemente, die beim Anodisieren
nicht angegriffen werden, wie Silizium und
Blei
-
Legierungselemente, die löslich sind, aber als
Oxide oder andere unlösliche Verbindung in
der Schicht bleiben, wie Magnesium und Zink
-
Legierungselemente, die stark löslich sind und
keine stabilen Verbindungen in der Schicht
bilden, wie Kupfer oder Nickel
Die Legierungselemente können sich als
Störstellen in der Oxidschicht auswirken oder
Makroporen bilden, wenn sie überwiegend aus
der Oxidschicht herausgelöst werden, wie im
Fall von Kupfer und Nickel.
Das Schichtwachstum an scharfen Kanten
führt nicht zu einer geschlossenen Schicht,
wodurch die Korrosionsbeständigkeit an diesen
Stellen nicht mehr gegeben ist. Man sollte
schon bei der Formgebung darauf achten
möglichst große Radien zu wählen.
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